Tauchflaschen und Regler

Während viele Open Water Taucher sich  noch mit den allgemeinen Aluminium 80cft oder 10l Stahl wohlfühlen, haben sich andere Taucher für die größeren und schwereren Doppelflaschen entschieden, um mehr Luft (Gas) mit sich zu führen und gegen die  Notwendigkeit von zusätzlichen Bleigewichten auf einem Gurt entschieden, um die Fehlerquellen bezüglich eines Versagens der Ausrüstung zu minimieren. Tatsache ist hier auch, dass viele Taucher mit viel zu großen Bleimengen Tauchen, was sich in der Tiefe extrem negativ auf die Tarierung und die Handlungskompetenz auswirkt.

 

Beim Einsatz nach DIR kommen fast nur Doppelgeräte in der Größe 2x7l, 2x8,5l, 2x12l lang oder 2x18l zum Einsatz. Die Doppel 12l lang ist hier als Standard anzusehen. Die Flaschen sind mit breiten Stahlschellen verbunden und mit einer radial dichtenden Absperrbrücke ausgestatten. Die Ventile sowie die Brücke sind oxygenclean und mit Viton O-Ringen bestückt.

Die Geräte werden in der 200bar oder 232bar Variante genutzt. Von 300bar Geräten ist wegen ihrer erheblichen Nachteile bezüglich Trimm und dem enormen Eigengewicht Abstand zu nehmen.

 

Es ist sehr wichtig nicht überbleit zu tauchen!. Zum Beispiel wenn du ein Problem hast bist du dadurch in der Lage sicher aufzutauchen.

Betrachten wir die Problempunkte einmal:

Wenn man nicht genügend Blei hat, kann man nicht unten bleiben und den notwendigen Dekompressionsstop durchführen, insbesondere wenn die Flaschen leer werden und zunehmend an Abtrieb verlieren.. Die  Kunst liegt darin, ein Gleichgewicht zwischen Überbleiung  und Unterbleiung zu erreichen. Dies kann nicht errechnet werden, es muss im Wasser ermittelt werden. Es gibt Gewichtsänderungen während des Tauchens, die den Auftrieb während des Tauchens beeinflussen. Das Gewicht der Gase in den Flaschen beeinflusst den Auftrieb enorm . Wenn du sie leer atmest, werden die Flaschen leichter. Dies kann dazu führen, das die Flaschen neutral sind, oder sogar Auftrieb haben (Alu).  Im Diagramm sieht man das Gewicht von 32% Nitrox in einer 12 Stahflasche Version 232 bar und den Verlust beim Tauchen.

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Der Gewichtsabfall ist ungefähr 1 Kilogramm! Wie man sehen kann, ist die Differenz zwischen einer vollen Flasche und einer leeren fast 3 Kilogramm.Bei Doppelflaschen sogar bis zu 7 KG.  Doppelflaschen 300bar haben selbst im fast lehren Zustand noch bis zu 4 KG Abtrieb! Dies bedeutet, dass mit vollen Flaschen ein zu bewältigendes Gewicht von ca. 15 KG mitgeführt wird. Kommen dann noch volle Stages dazu, sind lebensgefährliche Probleme in der Tiefe sehr wahrscheinlich..

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Die zweite Sache die unsere Tarierung beeinflusst, sind komprimierbare Materialien. Diese Materialien drücken sich in der Tiefe zusammen und verlieren an Auftrieb, wie zum Beispiel Neopren-Trockenanzüge oder Neopren Nassanzüge.  Crushed oder komprimiertes Neopren zeigen etwas weniger Kompression in der Tiefe.  Die Komprimierung des Neoprens eines Tauchanzuges kann bis zu 7 Kg Auftriebsverlust in der Tiefe ausmachen. Daher sind Neoprenanzüge nicht zu bevorzugen, um zusätzliche Gewichtsschwankungen zu vermeiden.

Eine Doppel 12l nach DIR-Style wird wie hier gezeigt konfiguriert

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Rechtes Ventil (wie du das Pack trägst): Longhose Primary Regulator, Winginflator,  Linkes Ventil:  Secondary Regulator , Finimeter und evtl. Trockentauchanzuginflator bei Flachwasser TG

Der Backup (Secondary) wir am Necklace um den Hals getragen. s. Foto!

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Warum so eine Konfiguration?

Die eine Sache, die entscheidet ob der Rest funktioniert, ist der  Haupt(Primary) Regler am langen Schlauch. Wenn man Gas teilt, gibt man den Primary am langen Schlauch ab. Der Schlauch ist 210cm lang, weil beim Teilen von Gas der Empfänger (Reciever) vorne schwimmt und der Spender (Donator)  hinter ihm sein muss. Warum muss dass so sein?

Wenn wir zum Beispiel Gas in einer Höhle/Wrack oder in einem anderem engen Raum teilen, besteht die Möglichkeit des Zurollens der Ventile beim Kontakt mit der Decke. In diesem Fall rollt das linke Ventil zu und das Gas wird abgestellt. Das rechte Ventil rollt nur auf, also bleibt die Gasversorgung erhalten.. Da also das rechte Ventil nicht zu rollen kann, gibt es nicht noch mehr Probleme in einer ohnehin ernsten Situation. Der Zweitregler(Secondary) wird am Necklace (Gummiband) um den Hals getragen und befindet sich am linken Ventil. Sollte das linke Ventil zu rollen, so habe ich als Träger des Spender Doppelpacks die sofortige Möglichkeit darauf zu reagieren und das Ventil aufzudrehen. Ein weiterer Punkt ist die Gefahr der Beschädigung des langen Schlauches. Um diese Gefahr möglichst gering zu halten, ist eine Position der Taucher hintereinander einzuhalten, denn nur so wird der Schlauch optimal zwischen den Tauchern (nicht quer zur Fortbewegungsrichtung) geführt. In dieser Formation können Engstellen dann auch problemlos passiert werden.

Aufgrund der Tatsache das wir unser Wing am rechten Ventil haben und unseren Trockenanzug auf das linke Ventil setzen (wenn wir   keine Ponyflasche für Argon benutzen) ist eine ständige Redundanz bei der Verwendung eines Tariermittels gegeben.  Eine Pony  Flasche wird aber auf jeden Fall nötig, wenn  ein Heliumgemisch im Doppelpack getaucht wird. Die meisten Taucher benutzen diese  Pony Flasche aber ständig, um immer gleiche Bedingungen beim Trimm zu haben. Als Ponyflaschen kommen in der Regel nur Aluflaschen bis 1,5l zum Einsatz. Sie werden mittels Cordura bzw. Nylon Straps am Hauptpack befestigt, um im Bedarfsfall die Straps  auch durchtrennen zu können.

Als Regler sollten nach nur kaltwassertaugliche und schlauchführungstechnisch gut konfigurierbare Regler zum Einsatz kommen. Die meisten DIR konfigurierten Taucher greifen hier auf Apeks Regler(ATX/TX 50 und DS4/DST) zurück. Sie bieten optimale Eigenschaften bezüglich der o.g. Punkte. Neben diesen Reglern gibt es natürlich auch noch zahlreiche andere Hersteller, die taugliche Regler produzieren. Häufig kommen auch Regler der Fa. Mares oder Scubapro zum Einsatz. Nach eigenen Erfahrungen bieten beim Kaltwassereinsatz die Maresregler Abyss/V42 aufgrund ihrer Metallbauweise einen deutlichen Vorteil bezüglich Vereisungssicherheit(Aufwärmung durch Umgebungswasser) im Gegensatz zu den Scubapro Reglern. Vermehrt hat in der letzten Zeit auch die Fa. Atomic hier Verwendung gefunden. Nach unseren Erfahrungen bieten die Regler die gleichen Schlauchführungsoptionen wie die  Scubapro Regler, sind aber deutlich unanfälliger gegen Vereisung beim Kaltwassereinsatz.